Gespräch beim Bäcker

„Guten Tag, ich hätte gerne 4 Roggenbrötchen“

„Tut mir leid, wir haben keine mehr“

„Aber da sind doch noch genug“

„Die kann ich nicht verkaufen, die sind zu klein, die Kunden beschweren sich sonst“

„Dann geben Sie mir doch einfach eins mehr mit!“

„Ich darf Ihnen die Brötchen nicht verkaufen, es gab schon Beschwerden“

„Was passiert denn mit den Brötchen?“

„Die werden entsorgt“

Dieses Gespräch habe ich gerade so mitbekommen. (Gedächtnisprotokoll)
Ich prangere die Bäckerei Büsch in Hamm Ostwennemar (Im Edeka-Center Sonnenburg) für so ein respektloses Verhalten an. In großen Teilen der Welt verrecken Menschen elendig, weil sie verhungern.
Da erinnert man sich doch sofort an die Meldung, dass die Deutschen pro Jahr 82kg Lebensmittel wegwerfen.
Ich möchte hier nichts der Mitarbeiterin vorwerfen, sie hat ihre Pflicht im Sinne ihres Arbeitgebers getan. Aber muss sowas wirklich sein? Auch wenn sowas wahrscheinlich Gang und Gäbe ist: diesen Bäcker werde ich in Zukunft meiden.

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3 Kommentare zu “Gespräch beim Bäcker

  1. Leider hat die Argumentation einen Haken.
    Die Ressourcen, die man braucht um die Brötchen zu produzieren stehen in den Ländern, in denen die Menschen „verrecken“ nicht zur Verfügung, und auch der Transport dorthin wäre zu teuer und wäre sinnlos, weil sie unterwegs verderben würden.
    Du bezahlst hier in Deutschland 50 Cent für dein Brötchen. In Indien würde es deutlich teurer sein.
    Das Problem liegt also in der Rohstoffverteilung.

    Übrigens bedeutet „entsorgt“ nicht „auf den Müll geschmissen“. In Bockum-Hövel gibt es zB eine Firma (NRG), die daraus Viehfutter herstellt. Ich habe dort einmal in den Sommerferien gejobbt (bevor alle 4oo€uro Studenten rausgeworfen wurden, weil die polnischen Akkordarbeiter billiger waren).
    Irgendwie bleiben deine Roggenbrötchen also trotzdem in der Nahrungskette 😉 Vielleicht ist das ein kleiner Trost.

    • Ich wollte mit dem Text nicht sagen, dass sie die Brötchen besser in die ärmeren Länder schicken sollen. Ich finde so eine Methode hält nur vollkommen Gedanken- und Respektlos. Dann sollen sie halt ein Brötchen mehr in die Tüte packen oder nach Gewicht verkaufen und nicht nach Stückpreis. Wenn man das den Kunden kommuniziert, dann gäbe es auch keine Beschwerden. Fürs Nährstoffrecycling sollten doch besser die vertrockneten Waren vom Vortag verwendet werden und nicht frisch gebackene.

  2. Das ist ja mal ’n Ding!
    Ja, in diesem Land fehlt es mehr und mehr an Wertschätzung der Ware/Lebensmittel 😦
    Ich würde diesen Bäcker in Zukunft ebenso meiden. Allerdings würde ich mir noch die Mühe machen und dem Geschäftsführer eine Mail schreiben oder persönlich anrufen.

    Ich habe bei unserer Stammbäckerei Rohlfs (da wo es auch die großen leckeren Rumkugeln gibt, Stefan 😉 ) schon mehrfach erlebt, dass wenn die Brötchen etwas zu klein sind, 1 oder 2 extra mit eingepackt werden.
    In Hamburg ist halt vieles besser ;p

    Das sollte aber eigentlich überall selbstverständlich sein. Oder die Brötchen zum halben Preis anbieten.

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