Update: Eine Schande

Wenn sich eine Stadt Kunst leistet, dann sollte sie sich auch die Pflege derselben leisten.

Und gerade, wenn sich eine Stadt „Alt-Stadt“ nennt und damit den renommierten Künstler Otmar Alt meint, ist eine gebührende Instandsetzung der Kunstwerke von ihm fast schon eine Selbstverständlichkeit. Man mag zu den Werken von Alt stehen, wie man will, eine schöne Abwechslung neben dem tristen Städtegrau sind die Farbklekse allemal. Nicht aber, wenn man sie so vergammeln lässt, wie die Stadt Hamm es tut. Und so hat der Zahn der Zeit das meiner Meinung nach imposanteste Kunstwerk Alts in Hamm, die „Ekke Nekkepen“, ungestört ruiniert. Vandalismus tat sein Übriges.

Muss so etwas wirklich sein? Das Schiff, einst farbenfroher Akzent im hässlichen Hafenviertel Hamms ist zu einem Schandfleck geworden.

Ich finde, dass sich das dringend ändern muss! Neben dem Glaselefanten, der in einem hervorragendem Zustand ist, gehört die „Ekke Nekkepen“ zweifelsohne zu den typischen Postkartenmotiven der Stadt Hamm. Man mag es sich kaum ausmalen, wie sich ein Kunstliebhaber fühlt, wenn er extra dafür die Stadt aufsucht und dann das alte Schiff so vorfindet, wie es momentan aussieht. So darf sich die Stadt Hamm jedenfalls nicht länger „Alt-Stadt“ nennen.

Übrigens: Anfragen von mir diesbezüglich bei Otmar Alt selbst und dem Kulturbüro der Stadt Hamm blieben leider unbeantwortet.

Nachtrag: Hier seht Ihr mal ein Bild von 2008

UPDATE: Die Stadt Hamm hat sich nun doch bei mir gemeldet!

Hallo Herr Müller,
es tut uns leid, dass wir erst jetzt antworten. Das Schiff gehört nicht der Stadt Hamm, sondern den Stadtwerken. Wir haben Ihre Anfrage an die Stadtwerke weiter gegeben. Sie werden in den kommenden Tagen eine ausführliche Antwort von den Stadtwerken erhalten.

Mit freundlichen Grüßen:

Tobias Köbberling
Pressestelle
koebberling@stadt.hamm.de
02381 17 3551

Und kurze Zeit später kam dann auch eine Nachricht der Stadtwerke Hamm:

Hallo Herr Müller,

durch die in der jüngsten Vergangenheit  vorgenommenen Veränderungen in der Straßenführung entlang der Hafenstraße ist auch die „Ecke Nekkepenn“  wieder ins Blickfeld getreten.

Über die weitere Verwendung des „Kunstschiffes“ wird eine Entscheidung getroffen werden, wenn alle Baumaßnahmen rund um die Hafenstraße und den Hafen abgeschlossen sind.

Mehr kann ich Ihnen dazu leider im Moment nicht sagen!

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Cornelia Helm
Leiterin Unternehmenskommunikation
Pressesprecherin

Fon: 02381 274-1701
Fax: 02381 274-1709
E-Mail: c.helm@stadtwerke-hamm.de

Stadtwerke Hamm GmbH
Südring 1/3
59065 Hamm

AG Hamm: HR B 301
Geschäftsführung: Jörg Hegemann
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Marc Herter

www.stadtwerke-hamm.de

Zum einem hat es mich natürlich gefreut, dass nun doch auf meine Anfragen reagiert wurde (ein Feedback von Otmar Alt habe ich jedoch immer noch nicht bekommen), aber meiner Meinung nach reden sich die Verantwortlichen doch ein wenig raus. Zum einem war das Schiff auch schon vor der Baustelle in einem miserablem Zustand, zum anderen sieht es nicht danach aus, als hätte eine Restauration irgendeine Priorität. Meiner Meinung nach ist und bleibt es eine Schande!

UPDATE 2: Nun hat sich das Büro Otmar Alt auch bei mir gemeldet!

Sehr geehrter Herr Müller,

verzeihen Sie mir / uns, dass es so lange mit der Antwort gedauert hat, aber Vorbereitungen zu Ausstellungen  gehen einfach vor.
Sie baten um einige Infos zu Ekke Nekkepenn:
Auch der Künstler ist traurig über den Zustand der Ekke Nekkepenn, aber die Restauration der Kunstwerkes ist Sache der Stadt Hamm, da diese Eigentum der Stadt ist.
Wir hatten gehofft, dass der Ekke Nekkepenn im Zuge des Bau des Kreisverkehr an der Hafenstrasse wieder neues Leben eingehaucht wird, aber leider findet dies wohl nicht statt.
Sie haben recht….es ist eine Schande!!!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Ogagan
Büro Otmar Alt
Obere Rothe 7
59071 Hamm
Tel. 02388 /  2114
Tel. 02388 / 1821
Fax 02388 / 3614
Es mutet zwar etwas seltsam an, dass die Mitarbeiterin wohl nicht genau weiss, dass das Schiff nicht der Stadt Hamm sondern den Stadtwerken gehört, aber es sei ihr verziehen, weil ich ja davon ausgegangen bin in meiner Mail an das Büro.
Fakt ist: Die Stadtwerke haben die Ekke Nekkepen sehr vernachlässigt und man kann nur hoffen, dass eine Restauration bald in Angriff genommen wird. Sonst wird das Schiff doch noch zu dem Schrotthaufen, zu dem es eigentlich werden sollte, nachdem es ausgemustert wurde.
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