Quo vadis, Europa?

Bildquelle: NASA, Public Domain.

Mit Besorgnis stelle ich momentan fest, dass die Idee vom vereinten Europa mehr und mehr gefährdet ist. Die Bemühungen der letzten Jahre, unseren Kontinent als ein Ganzes zu vereinen bröckeln mehr und mehr auseinander.

Da wird schamlos gegen Griechenland gehetzt (allen voran die Springer-Presse), da werden mittlerweile fast schon routiniert Verstöße gegen das Schengen-Abkommen gemacht, indem z.B. Grenzkontrollen wieder eingeführt werden. Über das diskriminierende Verhalten der Niederländer gegenüber Ausländern habe ich die letzten Tage ja bereits berichtet. Die fast schon sprichwörtliche Deutsch-Französische Freundschaft nimmt durch den Wahlkampf in Frankreich schweren Schaden, unabhängig vom Ergebnis. Der Euro, der trotz allen Schwierigkeiten, die eine Gemeinschaftswährung mit sich bringt, für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt in Europa steht, ist in ernsthafter Gefahr. Die Liste liesse sich endlos weiter führen.

Ich, der ich mich eher als Europäer, noch lieber als Weltbürger sehe, und am liebsten die verkrusteten Staatsgrenzen komplett abschaffen würde, beobachte das alles mit großer Sorge. Nur gemeinsam können wir die wirklichen Probleme der Welt (Klimawandel, steigender Energiebedarf, Kriege, Hungersnöte und Justin Bieber) angehen, da ist eine Rückkehr in das alte Nationaldenken ein riesiger Rückschritt.

Es wird Zeit, dass wir uns wieder auf Gemeinsamkeit besinnen. Ich möchte nicht auf die schönen internationalen Momente in meinem Leben verzichten: Das Anstoßen der Maß Bier auf dem Münchener Oktoberfest mit dem lustigen Italiener. Das Weiterreichen des Joints an den netten Australier im Amsterdamer Coffeeshop, die niemals endende Party mit den trinkfesten Schotten auf Ibiza. Bei der Beurteilung eines Menschen sollten Kriterien wie Herkunft, Hautfarbe und Religion absolut keine Rolle spielen.

Wir sind ein Volk.

Wir sind ein Europa

Wir sind eine Welt.

Lasst uns das nicht vergessen!

Übrigens: ICH sehe auf dem Foto von der ISS KEINE Grenzen. Ihr?

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Die Niederlande verbieten Ausländern den Zugang zu Coffeeshops

Es war einmal ein kleines liberales Königreich, in dem ein paar kluge Politiker ein paar kluge Entscheidungen getroffen haben: Ganz im Gegensatz zu den bösen Nachbarstaaten wollten sie in ihrem Land nicht einen großen Teil ihrer Bevölkerung kriminalisieren und einen beträchtlichen Anteil ihres Polizeibudgets für die Strafverfolgung eben dieser kriminalisierten Menschen verschwenden. Nein, sie wussten dass es wesentlich Wichtigeres gab als die Verfolgung und Stigmatisierung von Konsumenten harmloser, psychoaktiven Pflanzen. Sie schufen deshalb einen weltweit einmaligen Modellversuch zum legalen und kontrollierten Handel und Konsum von Cannabis. Das Coffeeshopsystem war geboren.
Andere Staaten, vor allem die direkten Nachbarn, kritisierten diesen Schritt allzu oft. Doch dadurch ließ sich das kleine Königreich nicht beirren, denn das Experiment war erfolgreich: Die Justiz konnte sich auf wichtigere Dinge konzentrieren, es gab zusätzliche Steuereinnahmen und das medizinisch ausgebildete Personal konnte sich bei Problemen vor Ort direkt um die Konsumenten kümmern. Natürlich gab es auch Kritiker denen das Ganze ein Dorn im Auge war. Sie sahen ihr kleines Land überschwemmt von pöbelnden Drogentouristen und hatten Angst um ihre Kinder. Doch der überwiegende Teil der Bevölkerung stand hinter der modernen und liberalen Politik. Und der Erfolg gab ihnen Recht.
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