Mein 2012

In dem folgenden Text geht es ausschliesslich um meinen Gesundheitszustand im Jahr 2012. Das Jahr hat noch ein paar andere Facetten gehabt, darum soll es hier aber nicht gehen.

Gesundheitlich war 2012 bei mir nicht das beste Jahr. Harmlos ausgedrückt. Angefangen hat es im Frühjahr. Ausgerechnet zu unserem dreitägigen Kurztrip ins wunderschöne gerade aus dem Winterschlaf erwachte Zandvoort hat mich eine fiese Erkältung erwischt. Das hört sich nicht sonderlich schlimm an, aber sie wurde begleitet von einer ziemlich schmerzhaften Mittelohrentzündung. Bewaffnet mit ein paar frei verkäuflichen Mittelchen (z.B. Ohrentropfen) verbrachten wir doch einen recht schönen Aufenthalt, der aber durch die starken Ohrenschmerzen getrübt wurde. Da die Schmerzen nicht weggingen und sie von einem starken Tinnitus und verminderter Hörkraft begleitet wurden, ging ich später doch zum Arzt, der mir nach Laboruntersuchung meines Blutes ein paar Mittelchen verordnete. Die Ohrenschmerzen waren irgendwann weg, mit der Erkältung hielt sich hartnäckig aber war nach mehreren Wochen (!!!) dann doch irgendwann besiegt. Nur der Tinnitus blieb. Zwar ist er jetzt kaum noch vorhanden und ich habe gelernt, ihn zu ignorieren, aber er ist definitiv noch da.

Aber im Vergleich, was noch folgte ist das alles irrelevant. Irgendwann im Frühling merkte ich ein leichtes Kribbeln im Bein. Oft verwechselte ich es mit dem Vibrieren meines Handys (auch so eine Krankheit unserer Zeit…) aber ich schenkte dem keine besondere Beachtung. Doch das Kribbeln wurde stärker und so langsam kam auch der Schmerz. Anfangs wenn ich nach dem Sitzen aufstand, später dann permanent während ich auf den Beinen war. Und der Schmerz wurde immer schlimmer!

Ein 700€-Foto

Ein 700€-Foto

Irgendwann wurden die Schmerzen dann so groß, dass ich doch langsam besorgt wurde und ich suchte einen Orthopäden auf. Der liess mich unter einem riesigen Flachbrettscanner legen (Offenes MRT) und liess eine Aufnahme machen (die dann später mit knapp 700€ berechnet wurde!!! (Keine Sorge, wurde natürlich von meiner Krankenversicherung bezahlt)

Die Diagnose: Bandscheibenvorfall! Das hört sich eher nach alten Leuten an, aber doch nicht ich!

Übrigens hatte ich bis dato keinen Vorstellung davon, was ein Bandscheibenvorfall ist. „Vorfall“ habe ich immer im Sinne von „Ereignis“ interpretiert, nicht aber als das, was es wirklich ist: Ein „Vorfallen“ der Bandscheibe. Jetzt bin ich schlauer…

Während die Schmerzen immer schlimmer wurden, wurde einiges an Therapiemöglichkeiten ausprobiert: Kortisoninfusionen (zwei mal pro Woche), Schmerzmitteltherapie: Novalgin, Diclofenac, Ibuprofen, Arcoxia, Tillidin und Tramadol. Die Diclos wirkten eine zeitlang, aber irgendwann nicht mehr. Das Tramadol, das ich zuletzt bekommen habe, sorgte zwar dafür, dass ich einen fast einwöchigen Dauerrausch hatte, aber die Schmerzen blieben). Auch das habe ich dann abgesetzt.

Dabei dann immer Physiotherapie in Form von Massagen, die zwar angenehm waren aber die Schmerzen nicht linderten.

Auch wurde die sogenannte PRT ausprobiert. Dabei wird eine verdammt lange Spritze mit Hilfe von CT-Ortung direkt in den betroffenen Nerv gerammt, um die Entzündung (die für die Schmerzen im Bein sorgen) zu lindern. Trotz der Betäubung ein sehr schmerzhafter Vorgang, der auch nur temporär Linderung zeigte.

Währenddessen wurden die Schmerzen immer schlimmer. Immer schlimmer, immer schlimmer.

Wenn man einmal täglich nicht enden wollende Schmerzen erleidet, ändert sich das Leben schlaghaft. Man zieht sich aus dem Alltag zurück. Alles verliert an Wichtigkeit. Es dreht sich nur noch um die Schmerzen, um Medikamente, um Arztbesuche. Quälerei bei der Arbeit und danach nur noch Selbstmitleid auf der Couch. Die Kündigung der Freundschaft der besten Freundin, weil man sich nicht mehr meldet, nimmt man da nur noch als Randnotiz war. Unternehmungen werden auf ein Minimum reduziert. Bisherige Leidenschaften (Freizeitparks, Konzertbesuche, Entdeckungen von neuen und bekannten Metropolen und Sehenswürdigkeiten, dies alles fand 2012 gar nicht oder nur unter Schmerzen statt.

Es war definitiv ein Scheiß Jahr! Einziger Lichtblick: Meine Freundin Sarah, mein Muffin, die sich oft rührend um mich kümmert, Verständnis zeigt, dass ich kaum etwas machen kann, was mit „gehen“ oder „stehen“ zu tun hat. Oder mich einfach nur in den Arm nimmt, wenn ich mal wieder heulen muss, weil ich keine Lust mehr auf die Schmerzen habe.

Wie die Zukunft aussieht ist ungewiss. Im Januar werde ich operiert. Danach ist REHA angesagt. Ausgang ungewiss. Medizin ist auch oft ein „Ausprobieren, was etwas bringt“. Mein Arzt hat mir prophezeit, dass ich für mindestens 2-3 Monate nicht arbeiten gehen kann. Zwar bin ich gegen sowas versichert, aber trotzdem macht so eine Aussicht einem Selbständigen IMMER Angst. Doch Finanzielles wird so unbedeutend, wenn man einfach nur will, dass man keine Schmerzen mehr hat.

Ich hoffe ich konnte meinen Freunden, die das hier lesen ein wenig erklären, warum ich mich in diesem Jahr so zurückgezogen habe. Falls ihr dafür kein Verständnis habt, dann ist mir das echt egal. Wenn nicht, dann könnt ihr mich gerne im Krankenhaus besuchen. Dort werde ich ab dem 08.Januar sein. In Warstein.

 

 

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von mobo Veröffentlicht in Auskotz

3 Kommentare zu “Mein 2012

  1. Oh man das ist echt mal ein scheiß Jahr. Aber 2013 kann es doch eigentlich nur besser werden;). Die werden dich schon wieder hinkriegen!!!!

  2. Pingback: Yes, I do! | mobos Welt

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