Gastbeitrag: Buchkritik zu „Deutschland umsonst reloaded“

Treue Leser erinnern sich bestimmt noch an meine Verlosung vom Januar, wo ich das Buch „Deutschland umsonst reloaded“ von Harald Braun inklusive persönlicher Widmung verlost habe. Ich habe den Gewinner Lukas gebeten, doch mal eine Rezession zu schreiben, was er freundlicherweise getan hat. Und somit präsentiere ich Euch den ersten Gastbeitrag auf mobos Welt. Lukas (twittername jezaja) hat dann gleichzeitig auch noch die Ehre, den 100. Blogpost zu verfassen! An dieser Stelle möchte ich allen Lesern für ihre Aufmerksamkeit danken! Und hier seine Rezension:

„Hey, du hast gewonnen! Herzlichen Glückwunsch!“

Beinahe wäre diese Email zwischen den anderen „Hey, du hast gewonnen! herzlichen Glückwunsch!“-Emails untergegangen und eigentlich hätte ich auch beinahe wieder vergessen, dass ich auf mobos Blog an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte.

Ein Glückstreffer also.

Wenige Tage zuvor hatte ich „Deutschland umsonst reloaded“ schon einmal in der Hand gehalten. Weil das elendig lange Warten auf meinen Bummelzug zu einer echten Herausforderung werden kann, habe ich es mir angewöhnt, ca. eine 3/4 Stunde in der Bahnhofsbuchhandlung zu verbringen. Wahrscheinlich würde ich arm werden, wenn der Springer Verlag gegen mich nun eine Klage einreichen würde, weil ich gefühlt die Hälfte seiner Zeitschriften regelmäßig lese…völlig umsonst.

Und genau deshalb hat mich auch das Buch interessiert oder besser gesagt die Idee dahinter.

Irgendwann in den 80er Jahren schrieb Michael Holzach mit „Deutschland umsonst“ von dem Versuch völlig ohne Geld und nur angewiesen auf die Gastfreundschaft der deutschen Bevölkerung einmal quer durch die Bundesrepublik zu wandern. Harald Braun hat es nun auch nachgemacht, aber ganz zeitgemäß „natürlich“ facebook genutzt, um sich und seinem Hund einen Schlafplatz für die Nacht zu besorgen.

Und so schnorrt sich Harald Braun bewaffnet mit iPhone und Hund (und mit dem Bewusstsein, dass es jederzeit eine Rückkehr in die Zivilisation gibt) quer durch Deutschland.

In kleinen Episoden werden, besondere Ereignisse am Wegesrand erzählt – die Bäckerin die erst griesgrämig eine Abfuhr erteilt und dann später doch ein paar Brötchen rausrückt, das Paar, das mit Harald Braun bis tief in die Nacht durchzecht und von seinen Träumen erzählt, die Freundin einer Freundin die eine Freundin hat und ihre Wohnung gerne zur Verfügung stellt, aber eigentlich gerade gar nicht im Land ist. Vertrauensbeweise von wildfremden Menschen, die ich ziemlich beeindruckend fand.

Ein trauriger Höhepunkt, auf den auch noch 20 Seiten später geradezu gehässig angespielt wird, ist die zugegebenermaßen wirklich unfreundliche Verweigerung einer Schlafstätte an einer Klostertür.

„Deutschland umsonst reloaded“ ist ein schwieriges Konzept, wenn man bedenkt, dass es für einen echten Tingelbruder doch noch einen Tacken schwieriger ist, sich ein Brötchen oder ein kühles Getränk zu erbitten. Umso unverständlicher ist es für mich warum ausgerechnet bei der „Klosterepisode“ so penetrantisch rumgemäkelt wird. Warum kein „Dann ist das jetzt halt so“ ?

Stattdessen wird sowohl per Facebook, als auch auf der offiziellen Website nachgetreten, und per Mail einige Zeilen produziert, die meiner Meinung nach für alle Beteiligten doch eher peinlich sind.

Fazit

Deutschland umsonst ja – reloaded nein. Eher Deutschland umsonst 2.0. Der Buchtitel an sich ist deshalb recht irreführend, weil es eben nicht die gleichen Vorraussetzungen wie beim Original sind sondern eher an ein Wanderprojekt mit erheblichen  Couchsurfinganteil erinnert.

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Ein Kommentar zu “Gastbeitrag: Buchkritik zu „Deutschland umsonst reloaded“

  1. .Also mit dem orig.Buch hat die Wörterfolge von dem Herrn Braun gar nichts zu tun ..,würde sage es täuscht die Leser …Hotelzimmer etc…dann beim Kumpel quartier machen usw… plumpe Arbeit …nichts als Makulatur….
    Gruß aus Ulm …Udo Conrady

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