Die VZ-Netzwerke und der liebe Datenschutz

Anmerkung zu Beginn: Ich gehöre nicht zu der Fraktion von Deutschen Leuten, die Angst vor den sogenannten „Datenkraken“ wie Facebook, Apple, Google & Co haben. Ich halte die Weitergabe von persönlichen Informationen zur gezielten Werbung für vollkommen legitim als Tausch gegen gut gemachte und kostenlose Angebote. Die wirklichen Datenschutzverstöße kommen vom Staat, nicht von der Industrie. Man sollte beginnen da zu differenzieren!

Doch wenn ein Angebotsbetreiber groß damit wirbt, den Datenschutz ernster als andere zu nehmen, sich aber nicht wirklich dran hält, dann irritiert mich das schon etwas!

Kürzlich habe ich mein Profil bei dem ehemaligen Vorzeige-Social-Network „StudiVZ“ gelöscht. Ich habe das Netzwerk nicht mehr wirklich genutzt, konnte die ewigen Verschlimmbesserungen (ich sag nur „der neue Plauderkasten“) nicht mehr ertragen. Keinerlei wirkliche Innovationen in der letzten Zeit. Hinzu kommt, dass ich durch Facebook und twitter bereits mehr als genug Zeit auf Social-Network-Plattformen verschwende verweile.

Die einzigen wirklichen Innovationen, die es in den Communitys des Holzbrinck-Verlages in der letzten Zeit gab, waren die Bestrebungen zum Datenschutz, die sie sich auf die Fahnen geschrieben haben. Gerade im Land der Datenschutzschisser dürfte es ihnen so einige User zusätzlich eingebracht haben. Dass sie das nur auf Druck der Datenschützer gemacht haben, nachdem sie einige Skandale hinter sich hatten, scheint so mancher dabei vergessen zu haben. Und angesichts der ständig wachsenden Dominanz von Facebook verkommen die ach so edlen Ziele doch eh nur zu Marketing-Maßnahmen, um das Ruder des sinkenden Schiffes doch noch herum zu reißen.

Umso erstaunter war ich, als ich feststellen musste, dass sie es scheinbar doch nicht so ernst mit ihrem Datenschutz nehmen.

Besucht man ihre Seite und schaut sich den Text an, den sie unter Datenschutz verlinkt haben ließt man folgendes:

Wenn Du etwas löschst, ist es auch weg. Restlos.

sowie

Für uns gilt das strenge deutsche Datenschutzrecht – und wir nehmen das ernst!

Durchaus ehrbare Aussagen. Wie kommt es dann allerdings, dass ich 6 Tage NACH dem Löschen meines Profils den Newsletter der VZ-Netzwerke erhalte? Scheinbar befindet sich meine eMail-Adresse doch noch auf deren System, obwohl sie doch hoch und heilig versprechen, dass meine Daten bei denen gelöscht sind? Ich konnte mich dann zwar aus deren Verteiler austragen, aber es bleibt doch ein fader Beigeschmack und die Gewissheit, dass ihre Versprechungen wohl doch nicht ganz wahrheitsgemäß sind.

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