Filmtipp: Enter the Void

Gestern begab ich mich auf eine Reise des Unterbewusstseins. Ich habe dabei Farben und fraktale Muster gesehen, die unterschiedlichsten Gefühlsstadien durchmacht und war am Ende dieses Trips emotional sehr aufgewühlt.
Nein – ich habe nicht etwa mein Gehirn mit LSD gebrutzelt, sondern mir Gaspar Noés neuen Film Enter the Void angeschaut. Was für ein geniales Stück Zelluloid!

Nach dem Tod seiner Eltern schlägt sich Oscar als Drogendealer in Tokio durchs Leben. Der Film beginnt damit, dass sich der Protagonist eine Crackpfeife mit dem Halluzinogen DMT raucht. Danach besucht er den Tokioter Club „Void“, um dort zu dealen. Dummerweise stellt sich der Laden als Falle heraus und Oscar wird von der Polizei erschossen. Seine Seele verlässt den toten Körper und beobachtet von dort an die Geschehnisse von außerhalb.

Der komplette Film wurde aus der Perspektive von Oscar /Oscars Seele gedreht. Ego-Shooter-Fans dürften daran ihre Freude haben ;-). Auf den Zuschauer prasselt eine Flut an Farben, Mustern und wilden Kamerafahrten nieder. Definitiv nicht jedermanns Sache. Mich jedoch hat der Film umgehauen. Es geht dabei nur vordergründig um das Thema Drogen, was mit Sicherheit Fans von Filmen wie Fear and loathing in Las Vegas und Requiem for a dream anlocken wird. Eigentlich jedoch ist das Thema „Todeserfahrung“ und „Reinkarnation“ sowie deren Visualisierung. Stilistisch gesehen erinnert Enter the Void stark an die letzten Szenen aus Stanley Kubricks Meisterwerk 2001: Odyssee im Weltraum. Wenn man die schon nicht mochte, sollte man sich Noés Meisterwerk besser nicht geben…
Fans von experimentellen Mindfuckern sei der Film jedoch sehr ans Herz gelegt! Alleine die Opening Credits sind das Geld für eine Kinokarte/DVD/BluRay/whatever wert! Viel Spass dabei!

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