Mein neues Blogprojekt zum Thema Wietpas

Nachdem die Beiträge über den Wietpas-Wahnsinn in den Niederlanden extrem gut angekommen sind, ich eine menge positives Feedback bekommen habe und über Google viel Traffic rüber kam, habe ich beschlossen, ein eigenes Blog zum Thema zu erstellen. Ich versuche Euch hier über die neusten Entwicklungen in der niederländischen Drogenpolitik zu informieren.

Freuen würde ich mich auch über Gastautoren! Wer etwas zum Thema zu sagen hat, kann sich gerne an mich wenden und wir können über eine Zusammenarbeit reden!

Auch freue ich mich über generelles Feedback, über Kritik, Lob und über Blumen ;-)

Nutzt auch die Kommentarfunktion in den einzelnen Beiträgen, sowie die Newsletterfunktion, so dass ihr immer alle neuen Beiträge direkt zugemailt bekommt!

Finden könnt ihr das Blog unter keinwietpas.wordpress.com

Niederlande: Wietpas wurde eingeführt

“Dicht” bleiben vorerst nur die Shops.

Anmerkung: Ab jetzt findet ihr meine Beiträge zum Thema Wietpas und Drogenpolitik der Niederlande auf einem Extra-Blog! Ihr findet es unter keinwietpas.wordpress.com. Nutzt dort doch die Abo-Funktion oder klickt auf der Facebook-Seite auf “Gefällt mir”. Aber natürlich würde ich mich auch freuen, wenn Ihr weiterhin auf mobos Welt vorbeischaut!

Hell freezes over! Ich habe bereits über die Einführung des sogenannten “Wietpas” in einigen Provinzen der Niederlande ausführlich berichtet. Gestern war es dann soweit, und in die Coffeeshops von Limburg, Nordbrabant und Zeeland werden jetzt nur noch Wietpas-Inhaber eingelassen. Ist Maastricht fand eine Demonstration gegen die Einführung statt, zu der ich angereist war. Dummerweise kamen wir auf der Hinfahrt in einen längeren Stau, so dass wir den Protestmarsch verpasst haben. Am Rathaus selbst waren dann nur noch ein paar Protestier, so dass die Fahrt fast unnütz gewesen ist. Shit happens…

Zudem hat sich gezeigt, dass das ursprüngliche Vorhaben der Maastrichter Coffeeshops, den Wietpas zu boykottieren fehlgeschlagen ist. Einzig allein das “Easy Going” in der Innenstadt hat nach anfänglichen Abweisungen doch noch Ausländer in den Shop gelassen. Und prompt wurde er von der Polizei geschlossen. Hartes Durchgreifen der Polizei! Aus Protest haben nun alle Coffeeshops in Maastricht sich solidarisiert und sind geschlossen. Der Plan ist, das ganze 2 Wochen durchzuziehen!

Wozu das führt, konnte ich am eigenen Leibe erfahren: Ich wurde von einem Strassendealer angesprochen. Herzlichen Glückwunsch, niederländische Regierung, mit Euren diskriminierenden Gesetz holt ihr Euch die Zustände der 70er zurück in Eure Städte. Doch der Kampf gegen den Irrsinn wurde noch nicht aufgegeben! “Easy Going”-Besitzer Marc Josemans, derzeit wohl der bekannteste Coffeeshop-Betreiber der Niederlande weigert sich, die Kundenlisten für den Wietpass an die Polizei herauszugeben. Er sieht darin (und das deckt sich mit meiner Meinung) einen eklatanten Verstoss gegen Datenschutzgesetze. Maastricht droht ihm mit der Schliessung des Ladens für einen Monat (so sieht es das neue Gesetz vor. bei einem weiteren Verstoss wären es 3 Monate, danach 6 und dann dauerhaft), er selbst will gegen die Regelung klagen.

  • Im Rahmen der Berichterstattung gestern kamen dann einige interessante Einzelgeschichten an die Öffentlichkeit: Ein gebürtiger Maastrichter, der seit einigen Jahren 150m (!!) hinter der Grenze lebt, hat keine Change, einen Wietpass zu bekommen.
  • Ein Schwerkranker Cannabispatient bekam auch nicht mit einem Rezept von seinem Arzt  (in den Niederlanden gibt es in bestimmten Fällen Cannabis auf Rezept) Zugang zum Coffeeshop, da er keinen Wietpass besaß
  • Viele Ausländer,darunter ein ranghoher Politier aus Mailand, haben bei der Niederländischen Polizei Strafanzeige wegen Diskriminierung gestellt. Die Niederländische Regierung liess bekannt geben, dass solche Anzeigen NICH behandelt werden.

Wie es weitergeht steht in den Sternen. Es wird sich zeigen, was die Klagen bringen. Es wird sich zeigen, was die Neuwahlen in den Niederlanden bringen werden. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

UPDATE: Es hat sich ein Fehler im Text eingeschlichen. Das Easy Going wurde nicht von der Polizei geschlossen. Es wird kurz geöffnet, Ausländer werden hereingelassen um eine Anzeige zu provozieren. Danach wird es wieder, wie alle Coffeeshops in Maastricht, geschlossen.  Seltsamerweise gab es aber noch keine offizielle Schliessung seitens der Stadt. Der Bürgermeister selbst ist übrigens momentan im Urlaub…

Die Schliessung ist von Nöten, damit Easy Going gegen die neue Regelung klagen kann. Maastricht und viele andere Städte in den 3 Provinzen werden momentan von Strassendealern überbevölkert. Das ist genau das, was die Coffeeshoppolitik verhindern wollte. Vielleicht rüttelt das die Politiker wieder wach… Es bleibt weiterhin sehr spannend!

Quo vadis, Europa?

Bildquelle: NASA, Public Domain.

Mit Besorgnis stelle ich momentan fest, dass die Idee vom vereinten Europa mehr und mehr gefährdet ist. Die Bemühungen der letzten Jahre, unseren Kontinent als ein Ganzes zu vereinen bröckeln mehr und mehr auseinander.

Da wird schamlos gegen Griechenland gehetzt (allen voran die Springer-Presse), da werden mittlerweile fast schon routiniert Verstöße gegen das Schengen-Abkommen gemacht, indem z.B. Grenzkontrollen wieder eingeführt werden. Über das diskriminierende Verhalten der Niederländer gegenüber Ausländern habe ich die letzten Tage ja bereits berichtet. Die fast schon sprichwörtliche Deutsch-Französische Freundschaft nimmt durch den Wahlkampf in Frankreich schweren Schaden, unabhängig vom Ergebnis. Der Euro, der trotz allen Schwierigkeiten, die eine Gemeinschaftswährung mit sich bringt, für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt in Europa steht, ist in ernsthafter Gefahr. Die Liste liesse sich endlos weiter führen.

Ich, der ich mich eher als Europäer, noch lieber als Weltbürger sehe, und am liebsten die verkrusteten Staatsgrenzen komplett abschaffen würde, beobachte das alles mit großer Sorge. Nur gemeinsam können wir die wirklichen Probleme der Welt (Klimawandel, steigender Energiebedarf, Kriege, Hungersnöte und Justin Bieber) angehen, da ist eine Rückkehr in das alte Nationaldenken ein riesiger Rückschritt.

Es wird Zeit, dass wir uns wieder auf Gemeinsamkeit besinnen. Ich möchte nicht auf die schönen internationalen Momente in meinem Leben verzichten: Das Anstoßen der Maß Bier auf dem Münchener Oktoberfest mit dem lustigen Italiener. Das Weiterreichen des Joints an den netten Australier im Amsterdamer Coffeeshop, die niemals endende Party mit den trinkfesten Schotten auf Ibiza. Bei der Beurteilung eines Menschen sollten Kriterien wie Herkunft, Hautfarbe und Religion absolut keine Rolle spielen.

Wir sind ein Volk.

Wir sind ein Europa

Wir sind eine Welt.

Lasst uns das nicht vergessen!

Übrigens: ICH sehe auf dem Foto von der ISS KEINE Grenzen. Ihr?

Hier werden keine Juden bedient – die neue Drogenpolitik der Niederlande

Anmerkung: Ab jetzt findet ihr meine Beiträge zum Thema Wietpas und Drogenpolitik der Niederlande auf einem Extra-Blog! Ihr findet es unter keinwietpas.wordpress.com. Nutzt dort doch die Abo-Funktion oder klickt auf der Facebook-Seite auf “Gefällt mir”. Aber natürlich würde ich mich auch freuen, wenn Ihr weiterhin auf mobos Welt vorbeischaut!

Entschuldigt bitte den reißerischen Titel. Doch wenn man sich die Entwicklungen in unserem einst so liberalem Nachbarland anschaut, muss man zwangsläufig an die Diskriminierungen der Nazis denken. Ich habe bereits im Mai 2011 über die mögliche Einführung des sogenannten “Wietpas”, also eine Zugangsberechtigung für Coffeeshops, gebloggt. Dies war im letzten Jahr einer der am häufigsten über Google aufgerufenen Artikel auf mobos-welt.de und ist es bis heute noch. Die Befürchtung, dass für Ausländer bald Schluss mit Coffeeshop-Besuchen sei wurde damals jedoch nach kurzer Zeit entkräftigt: Die Regelung, die entgegen vieler Zeitungsberichte noch kein beschlossenes Gesetz war, wurde erstmal auf 2015 verschoben.

Doch jetzt hat die rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) sich scheinbar doch durchgesetzt: So soll der “Wietpas” in den niederländischen Provinzen Limburg, Nordbrabant und Zeeland bereits ab 01. Mai 2012 eingeführt werden, in den restlichen Landesteilen ab 2013. Im Einzelnen wird das heißen: Zugang zu den Coffeeshops bekommt man nur noch mit dem “Wietpas”. Diesen bekommt man nur, wenn man seinen Wohnsitz in den Niederlanden hat. Meiner Meinung nach verstößt das gegen das Diskriminierungsverbot, der europäische Gerichtshof sieht das aber anders, da Cannabis illegal ist, und somit das Gesetz nicht greife. Die Anzahl der Mitglieder sei auf 2000 begrenzt. Und da die wenigsten Kiffer jeden Tag zum Shoppen kommen, wäre das auch ein ganz großer finanzieller Einschnitt für die Betreiber, mal ganz abgesehen von den fehlenden Ausländern, die gerade in den Grenzregionen einen Hauptteil der Umsätze generieren.

Aber nicht nur die Ausländer werden mit dem neuen System diskriminiert, sondern auch die Niederländischen Kiffer. Der Wietpas ist elektronisch vernetzt. Damit soll verhindert werden, dass man ihn an verschiedenen Coffeeshops beantragen kann und somit die Tageshöchstmenge von 5 Gramm überschreiten kann. Und somit hätte die Regierung der Niederlande eine zentrale Konsumenten-Datei. Ein Datenschutz-MegaGAU. George Orwell lässt grüßen.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass die neue Regelung einen sprunghaften Anstieg der Strassenkriminalität bedeuten würde. Denn die “Drogentouristen” würden weiterhin kommen und eben illegal kaufen. Genauso wie die Niederländer, die sich eben nicht auf eine Konsumentenliste setzen lassen wollen.

Doch es regt sich Widerstand! So findet am 20.04 in Amsterdam ein internationales Smoke-Out statt, um gegen die Regelung zu demonstrieren. Mehrere Gemeinden der Niederlande haben bereits erklärt, dass sie den Wietpas boykottieren werden, darunter Amsterdam, Haarlem und Maastricht. Der Verband der Coffeeshops hat Klage in Den Haag eingereicht. Der Bürgermeister von Breda hat klargestellt, dass für die Kontrolle des Wietpasses keine Polizisten bereitgestellt werden können. Aus Personalmangel natürlich. Man wolle sich mehr auf Taschendiebstahl und andere wirkliche Verbrechen konzentrieren.

Und man kann hoffen, dass der Rechtsruck, den die Niederlande durch die Wahl 2010 gemacht hat im Jahre 2014 wieder korrigiert wird und sich die Bürger wieder auf ihre sprichwörtliche Liberalität besinnen. Die Situation bleibt spannend und es ist noch alles offen!

Enttäuschend finde ich übrigens die Berichterstattung der deutschen Medien über die Thematik. Liesst man sich die Beiträge zu der Thematik durch, stellt man sehr schnell fest, dass sämtliche Informationen einzig und allein aus einer dpa-Pressemitteilung stammen. Keinerlei eigene Recherche. Keine Interviews mit niederländischen Politikern, Bürgern oder Coffeshop-Mitarbeitern. Stattdessen immer wieder dieselben Geschichten vom Venloer “Drogenpfad” mit den pöbelnden, in die Vorgärten pinkelnden Drogentouristen. (Wenn das der Grund für die Regelung ist, dann sollten dringend auch Fussballspiele verboten werden…) Selbst ich konnte mit Hilfe von GoogleTranslate und diversen niederländischen Nachrichtenseiten mehr Informationen herausfinden als ausgebildete Journalisten. Traurige deutsche Presselandschaft!

Zuletzt möchte ich noch auf die Bestrebungen der Niederländischen Konsumentenvereinigung “WeSmoke” hinweisen: Sie fordern, dass die Coffeeshops ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen werden sollen.

Links zum Informieren:
http://www.coffeeshopnieuws.nl/
http://www.wesmoke.nl/

Nachtrag: Da ich bereits drauf angesprochen wurde, möchte ich nochmals explizit klarstellen, dass ich mit der Wahl des provokanten Titels dieses Blogposts weder das Niederländische Volk, noch die Niederlande beleidigen will. Er bezieht sich lediglich auf den Kurs der aktuellen Niederländischen Regierung. Das Niederländische Volk steht bei mir auch weiterhin für Offenheit und Toleranz. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies auch die nächste Wahl unterstreichen wird! Auch wollte ich keinesfalls die Opfer des NS-Regimes beleidigen. Trotzdem sehe ich Parallelen, wenn eine bestimmte, definierte Bevölkerungsgruppe (NS: Schwule, Juden etc., Niederlande: Der Rest der Welt) auf irgendeine Art und Weise diskriminiert wird.

Update:
Am heutigen Freitag, dem 27.04 hat das Gericht in Den Haag den Wietpas bestätigt. Es bleibt also bei der Einführung am 01.05 in den drei genannten Provinzen. Es bleibt also spannend.

Update: Eine Schande

Wenn sich eine Stadt Kunst leistet, dann sollte sie sich auch die Pflege derselben leisten.

Und gerade, wenn sich eine Stadt “Alt-Stadt” nennt und damit den renommierten Künstler Otmar Alt meint, ist eine gebührende Instandsetzung der Kunstwerke von ihm fast schon eine Selbstverständlichkeit. Man mag zu den Werken von Alt stehen, wie man will, eine schöne Abwechslung neben dem tristen Städtegrau sind die Farbklekse allemal. Nicht aber, wenn man sie so vergammeln lässt, wie die Stadt Hamm es tut. Und so hat der Zahn der Zeit das meiner Meinung nach imposanteste Kunstwerk Alts in Hamm, die “Ekke Nekkepen”, ungestört ruiniert. Vandalismus tat sein Übriges.

Muss so etwas wirklich sein? Das Schiff, einst farbenfroher Akzent im hässlichen Hafenviertel Hamms ist zu einem Schandfleck geworden.

Ich finde, dass sich das dringend ändern muss! Neben dem Glaselefanten, der in einem hervorragendem Zustand ist, gehört die “Ekke Nekkepen” zweifelsohne zu den typischen Postkartenmotiven der Stadt Hamm. Man mag es sich kaum ausmalen, wie sich ein Kunstliebhaber fühlt, wenn er extra dafür die Stadt aufsucht und dann das alte Schiff so vorfindet, wie es momentan aussieht. So darf sich die Stadt Hamm jedenfalls nicht länger “Alt-Stadt” nennen.

Übrigens: Anfragen von mir diesbezüglich bei Otmar Alt selbst und dem Kulturbüro der Stadt Hamm blieben leider unbeantwortet.

Nachtrag: Hier seht Ihr mal ein Bild von 2008

UPDATE: Die Stadt Hamm hat sich nun doch bei mir gemeldet!

Hallo Herr Müller,
es tut uns leid, dass wir erst jetzt antworten. Das Schiff gehört nicht der Stadt Hamm, sondern den Stadtwerken. Wir haben Ihre Anfrage an die Stadtwerke weiter gegeben. Sie werden in den kommenden Tagen eine ausführliche Antwort von den Stadtwerken erhalten.

Mit freundlichen Grüßen:

Tobias Köbberling
Pressestelle
koebberling@stadt.hamm.de
02381 17 3551

Und kurze Zeit später kam dann auch eine Nachricht der Stadtwerke Hamm:

Hallo Herr Müller,

durch die in der jüngsten Vergangenheit  vorgenommenen Veränderungen in der Straßenführung entlang der Hafenstraße ist auch die “Ecke Nekkepenn”  wieder ins Blickfeld getreten.

Über die weitere Verwendung des “Kunstschiffes” wird eine Entscheidung getroffen werden, wenn alle Baumaßnahmen rund um die Hafenstraße und den Hafen abgeschlossen sind.

Mehr kann ich Ihnen dazu leider im Moment nicht sagen!

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Cornelia Helm
Leiterin Unternehmenskommunikation
Pressesprecherin

Fon: 02381 274-1701
Fax: 02381 274-1709
E-Mail: c.helm@stadtwerke-hamm.de

Stadtwerke Hamm GmbH
Südring 1/3
59065 Hamm

AG Hamm: HR B 301
Geschäftsführung: Jörg Hegemann
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Marc Herter

www.stadtwerke-hamm.de

Zum einem hat es mich natürlich gefreut, dass nun doch auf meine Anfragen reagiert wurde (ein Feedback von Otmar Alt habe ich jedoch immer noch nicht bekommen), aber meiner Meinung nach reden sich die Verantwortlichen doch ein wenig raus. Zum einem war das Schiff auch schon vor der Baustelle in einem miserablem Zustand, zum anderen sieht es nicht danach aus, als hätte eine Restauration irgendeine Priorität. Meiner Meinung nach ist und bleibt es eine Schande!

UPDATE 2: Nun hat sich das Büro Otmar Alt auch bei mir gemeldet!

Sehr geehrter Herr Müller,

verzeihen Sie mir / uns, dass es so lange mit der Antwort gedauert hat, aber Vorbereitungen zu Ausstellungen  gehen einfach vor.
Sie baten um einige Infos zu Ekke Nekkepenn:
Auch der Künstler ist traurig über den Zustand der Ekke Nekkepenn, aber die Restauration der Kunstwerkes ist Sache der Stadt Hamm, da diese Eigentum der Stadt ist.
Wir hatten gehofft, dass der Ekke Nekkepenn im Zuge des Bau des Kreisverkehr an der Hafenstrasse wieder neues Leben eingehaucht wird, aber leider findet dies wohl nicht statt.
Sie haben recht….es ist eine Schande!!!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Ogagan
Büro Otmar Alt
Obere Rothe 7
59071 Hamm
Tel. 02388 /  2114
Tel. 02388 / 1821
Fax 02388 / 3614
Es mutet zwar etwas seltsam an, dass die Mitarbeiterin wohl nicht genau weiss, dass das Schiff nicht der Stadt Hamm sondern den Stadtwerken gehört, aber es sei ihr verziehen, weil ich ja davon ausgegangen bin in meiner Mail an das Büro.
Fakt ist: Die Stadtwerke haben die Ekke Nekkepen sehr vernachlässigt und man kann nur hoffen, dass eine Restauration bald in Angriff genommen wird. Sonst wird das Schiff doch noch zu dem Schrotthaufen, zu dem es eigentlich werden sollte, nachdem es ausgemustert wurde.

Podcast-Idee gestorben

Für alle, die sich auf meinen Podcast gefreut haben, habe ich eine schlechte Nachricht: Das Konzept, so wie ich es mir vorgestellt habe, ist so nicht durchführbar. Ich hatte ja vor, jeweils 5 Lieder vorzustellen. Um das zu machen, muss man zum einem den GEMA-Podcast-Tarif bezahlen. Die Bedingungen dafür sind nicht die tollsten (Beschränkungen in der Länge des Podcasts, in der Länge der gespielten Songs etc.) aber zu verkraften. Der Preis von 10€ pro Monat ist meiner Meinung nach auch vollkommen akzeptabel und ich war bereit ihn zu bezahlen.

Doch was ich bislang nicht wusste: Neben der GEMA (die die Rechte der Urheber vertritt) hätte ich noch der GVL (die die Rechte der ausübenden Künstler vertritt) Geld zahlen müssen. Und deren Tarif für Podcasting ist dermaßen überzogen, dass es faktisch verhindert, dass man in Deutschland (ganz im Gegensatz zu den USA) einen Musikpodcast veröffentlichen kann. Dort müsste ich nämlich Pro laufende Minute und pro erfolgtem Download bezahlen. Da ich im Vorfeld natürlich nicht abschätzen kann, wie viel das sein wird, wäre mir die Sache von vornherein zu heikel. Zudem gibt es dann noch eine Mindestvergütung (!!!) von 500€ / Jahr, was mir dann definitiv zu viel wäre. Und das gilt dann für nicht-kommerzielle Podcasts. Sobald man mit dem Podcast auch noch Gewinn erzielen würde (was ich nicht vorhatte) wird es dann absurd teuer. Abgesehen davon müsste ich der GVL jedes Mal die Song-Listen zukommen lassen, was ein weiterer Aufwand wäre.

Somit werde ich leider doch nicht den Podcast realisieren können. Da ich aber trotzdem tierisch Lust darauf habe, Euch mit meiner Stimme zu foltern, werde ich mir eine Alternative überlegen.

Internet-Basics: Spieleanfragen in Facebook deaktivieren


Immer wieder lese ich bei Facebook Unmutsbekundigungen meiner Freunde über nervende Spieleanfragen von anderen Usern. Neuerdings wieder häufiger durch die Profilbildchen von “Sagsmitbildern”. Mal ganz davon abgesehen, dass sowohl diese Unmutsbekundigungen, als auch die meiner Meinung nach einfallslosen “Sagsmitbildern”-Bilder mindestens genauso nerven wie die Spieleanfragen selbst, verstehe ich nicht ganz, wo das Problem ist. Lassen sich diese anfragen doch kinderleicht deaktivieren. Da dies aber wohl manche Leute nicht können, gibt’s für alle Unwissenden mal eine kleine bebilderte Anleitung. Dann müsst ihr im Gegenzug mich auch nicht mehr mit den Unmutsbekundigungen nerven.

Eine Win-Win-Situation!

Hier ist eine Anfrage. Wenn man nicht über das Benachrichtigungssystem dorthin gekommen ist, kommt man auch ganz leicht zu seinen Nachrichten, indem man in der Menüspalte links in Facebook unter dem Punkt “Anwendungen” auf “Anwendungsanfragen” oder “Spieleanfragen” klickt. Bei der Anfrage klickt man zuerst einfach auf das “X”

Als nächstes klickt man dann auf “[Anwendungsname] blockieren” und man bekommt von dieser Anwendung keine weiteren Anfragen. So schwer ist das doch nicht, oder?

Will man jetzt noch alle Meldungen auf den Pinnwänden der Freunde deaktivieren fährt man einfach mit dem Mauszeiger über diese Meldung, so dass in der rechten, oberen Ecke der kleine Haken erscheint. Dort klickt man dann drauf und wählt “Alle Beiträge von [Anwendungsname] verbergen” aus.

Schwups, wird man durch diese Anwendung nicht mehr belästigt. Immer wenn es was Neues gibt, was einem nervt kann man den Vorgang mit ein paar Klicks wiederholen und man hat wieder seine Ruhe.

Entscheiden man sich dann doch dafür, dass man eine Anwendung benutzen möchte, klickt man in Facebook ganz rechts oben auf den kleinen Pfeil, wählt “Privatsphäre-Einstellungen”, dort klickt man dann unter “Blockierte Personen und Anwendungen” auf “Blockierungen verwalten”  und man kann einzelne Anwendungen dann zurück in die Sichtbarkeit hieven.

Ist doch alles nicht so schwer, oder?

Neue Sicherheitslücke bei Facebook

Bild under CC-Lizenz. Author: Maxo, Quelle Wikimedia Commons

Eigentlich gehöre ich nicht zu dein Leuten, die Angst um ihre Privatsphäre haben und bei jedem neuen Onlinedienst (á Google Streetview, Facebook etc) Angst vor dem Ausverkauf ihrer Daten haben. Eher sehe ich mich auf der Seite der Post-Privacy-Anhänger. Trotzdem erwarte ich von einem Diensteanbieter, dass dessen Privacy-Maßnahmen auch so funktionieren, wie sie gedacht sind. Und das tun sie leider nicht immer, wie ich jetzt bermerken musste.

Kürzlich habe ich mir die Mühe bei Facebook gemacht und diverse Freundeslisten bei Facebook erstellt, um dieses Feature in meine alltägliche Nutzung zu integrieren. Zum einen nutze ich dieses, um Postings nur für relevante Personen sichtbar zu machen (niemanden ausserhalb meines Heimatortes interessieren lokale Ereignisse) zum anderen aber auch, weil ich bei bestimmten Themen nicht will, dass jeder mitbekommt, welche Meinung ich dazu habe. Dies schien auch ganz gut zu funktionieren, bis ich vor kurzem von einer Freundin gefragt wurde, warum sie einen von mir geposteten Artikel nicht in meinem Stream sehen konnte.

Explizit ging es um einen Artikel bei SpOn, den ich nur für die Mitglieder einer meiner Listen gepostet habe. Angesprochen darauf wurde ich aber von jemanden, der nicht in dieser Liste war! Wie konnte sie dann nur wissen, dass ich diesen Artikel gepostet habe? Die Antwort hat mir zu denken gegeben.

Spiegel Online benutzt ein von Facebook zur Verfügung gestelltes Widget, das “Activity Feed Plugin” Es hat die Funktion, Seitenbesucher zu zeigen, welche Facebook-Freunde Inhalte des Anbieters auf Facebook geteilt haben. Dies ist durchaus eine nette Funktion.

Dummerweise nimmt dieses Plugin keinerlei Rücksicht darauf, ob die geteilten pages öffentlich oder nur für eine eingeschränkte Nutzerzahl gepostet wurden. Nein, dort tauchen grundsätzlich alle geteilten Inhalte auf! Somit kann jeder meiner Facebook-Kontakte sehen, was ich von einer Seite geteilt habe, die dieses Plugin benutzt, auch wenn es eigentlich gar nicht für seine Augen bestimmt war! Jeder sollte sich also zweimal überlegen, was er  für einen eingeschränkten Nutzerkreis postet, denn unter Umständen erfahren es die anderen trotzdem!

Hier ein paar Screenshots dazu:

Dieses Posting habe ich nur für die Liste “Müll” gepostet. Diese habe ich zur Demonstration erstellt. Sie enthält keinerlei Mitglieder. Niemand auf Facebook kann somit sehen, dass ich diesen Artikel geteilt habe.

Das Activity Feed-Plugin auf SpOn. Dadurch kann jeder meiner Freunde sehen, dass ich den Artikel geteilt habe, eben auch diejenigen, die nicht in der betreffenden Liste sind!

Das Löschen eines Beitrages auf Facebook führt keinesfalls dazu, dass es auch in dem Seitenwidget verschwindet! Nur das weitere Posten mehrerer anderer Artikel führt dazu, dass der Artikel weiter nach unten wandert.

Dieses Problematik ist meiner Meinung nach ein eklatanter Fehler in der Facebook-API und bedarf einer dringenden Änderung!

Übrigens: Ihr dürft diesen Artikel ruhig auf Facebook teilen. Auch für bestimmte Listen – ich verwende dieses Plugin nicht auf mobos-welt.de ;-)

Das Hakenkreuz als Malvorlage

Gut gemachte Grafitis und Streetart-Werke sind schön und werten meiner Meinung nach die urbanen Beton- und Glasfassaden-Wüsten der Metropolen deutlich auf. Stupides Geschmiere und einfallslose Tags sind aber hingegen bloß Vandalismus und haben mit Kunst genauso wenig zu tun wie ein BicMac mit ausgewogener Ernährung.

Und der Gipfel von all dem sind dann aufgesprühten Hakenkreuze. Bei deren Anblick muss ich mich schämen, in einem Land zu leben, indem es scheinbar immer noch Leute gibt, die nicht aus der Vergangenheit gelernt haben und sich weiterhin auf die kranken Ansichten eines psychopathischen Massenmörders stützen. Fremdschäm galore!

Auf einem Kondomautomaten an einer stark befahrenen Hauptstraße in Hamm (auch noch direkt neben einer Bunkeranlage), prangte wochenlang ein hingeschmiertes Hakenkreuz. Tagtäglich haben es bestimmt hunderte Menschen gesehen, darunter bestimmt auch einige Gäste aus dem Ausland, die dann gleich sehen konnten, in was für einem Land sie zu Gast sind. Einfach nur traurig. Da sich anscheinend niemand dazu genötigt gefühlt hat, die Scheiße zu entfernen, hat wohl jemand auf ungewöhnliche Weise die Sache selbst in die Hand genommen und das Ganze ein wenig verschönert. Ein kleiner Held des Alltags.