Mein neues Blogprojekt zum Thema Wietpas

Nachdem die Beiträge über den Wietpas-Wahnsinn in den Niederlanden extrem gut angekommen sind, ich eine menge positives Feedback bekommen habe und über Google viel Traffic rüber kam, habe ich beschlossen, ein eigenes Blog zum Thema zu erstellen. Ich versuche Euch hier über die neusten Entwicklungen in der niederländischen Drogenpolitik zu informieren.

Freuen würde ich mich auch über Gastautoren! Wer etwas zum Thema zu sagen hat, kann sich gerne an mich wenden und wir können über eine Zusammenarbeit reden!

Auch freue ich mich über generelles Feedback, über Kritik, Lob und über Blumen ;-)

Nutzt auch die Kommentarfunktion in den einzelnen Beiträgen, sowie die Newsletterfunktion, so dass ihr immer alle neuen Beiträge direkt zugemailt bekommt!

Finden könnt ihr das Blog unter keinwietpas.wordpress.com

Niederlande: Wietpas wurde eingeführt

“Dicht” bleiben vorerst nur die Shops.

Anmerkung: Ab jetzt findet ihr meine Beiträge zum Thema Wietpas und Drogenpolitik der Niederlande auf einem Extra-Blog! Ihr findet es unter keinwietpas.wordpress.com. Nutzt dort doch die Abo-Funktion oder klickt auf der Facebook-Seite auf “Gefällt mir”. Aber natürlich würde ich mich auch freuen, wenn Ihr weiterhin auf mobos Welt vorbeischaut!

Hell freezes over! Ich habe bereits über die Einführung des sogenannten “Wietpas” in einigen Provinzen der Niederlande ausführlich berichtet. Gestern war es dann soweit, und in die Coffeeshops von Limburg, Nordbrabant und Zeeland werden jetzt nur noch Wietpas-Inhaber eingelassen. Ist Maastricht fand eine Demonstration gegen die Einführung statt, zu der ich angereist war. Dummerweise kamen wir auf der Hinfahrt in einen längeren Stau, so dass wir den Protestmarsch verpasst haben. Am Rathaus selbst waren dann nur noch ein paar Protestier, so dass die Fahrt fast unnütz gewesen ist. Shit happens…

Zudem hat sich gezeigt, dass das ursprüngliche Vorhaben der Maastrichter Coffeeshops, den Wietpas zu boykottieren fehlgeschlagen ist. Einzig allein das “Easy Going” in der Innenstadt hat nach anfänglichen Abweisungen doch noch Ausländer in den Shop gelassen. Und prompt wurde er von der Polizei geschlossen. Hartes Durchgreifen der Polizei! Aus Protest haben nun alle Coffeeshops in Maastricht sich solidarisiert und sind geschlossen. Der Plan ist, das ganze 2 Wochen durchzuziehen!

Wozu das führt, konnte ich am eigenen Leibe erfahren: Ich wurde von einem Strassendealer angesprochen. Herzlichen Glückwunsch, niederländische Regierung, mit Euren diskriminierenden Gesetz holt ihr Euch die Zustände der 70er zurück in Eure Städte. Doch der Kampf gegen den Irrsinn wurde noch nicht aufgegeben! “Easy Going”-Besitzer Marc Josemans, derzeit wohl der bekannteste Coffeeshop-Betreiber der Niederlande weigert sich, die Kundenlisten für den Wietpass an die Polizei herauszugeben. Er sieht darin (und das deckt sich mit meiner Meinung) einen eklatanten Verstoss gegen Datenschutzgesetze. Maastricht droht ihm mit der Schliessung des Ladens für einen Monat (so sieht es das neue Gesetz vor. bei einem weiteren Verstoss wären es 3 Monate, danach 6 und dann dauerhaft), er selbst will gegen die Regelung klagen.

  • Im Rahmen der Berichterstattung gestern kamen dann einige interessante Einzelgeschichten an die Öffentlichkeit: Ein gebürtiger Maastrichter, der seit einigen Jahren 150m (!!) hinter der Grenze lebt, hat keine Change, einen Wietpass zu bekommen.
  • Ein Schwerkranker Cannabispatient bekam auch nicht mit einem Rezept von seinem Arzt  (in den Niederlanden gibt es in bestimmten Fällen Cannabis auf Rezept) Zugang zum Coffeeshop, da er keinen Wietpass besaß
  • Viele Ausländer,darunter ein ranghoher Politier aus Mailand, haben bei der Niederländischen Polizei Strafanzeige wegen Diskriminierung gestellt. Die Niederländische Regierung liess bekannt geben, dass solche Anzeigen NICH behandelt werden.

Wie es weitergeht steht in den Sternen. Es wird sich zeigen, was die Klagen bringen. Es wird sich zeigen, was die Neuwahlen in den Niederlanden bringen werden. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

UPDATE: Es hat sich ein Fehler im Text eingeschlichen. Das Easy Going wurde nicht von der Polizei geschlossen. Es wird kurz geöffnet, Ausländer werden hereingelassen um eine Anzeige zu provozieren. Danach wird es wieder, wie alle Coffeeshops in Maastricht, geschlossen.  Seltsamerweise gab es aber noch keine offizielle Schliessung seitens der Stadt. Der Bürgermeister selbst ist übrigens momentan im Urlaub…

Die Schliessung ist von Nöten, damit Easy Going gegen die neue Regelung klagen kann. Maastricht und viele andere Städte in den 3 Provinzen werden momentan von Strassendealern überbevölkert. Das ist genau das, was die Coffeeshoppolitik verhindern wollte. Vielleicht rüttelt das die Politiker wieder wach… Es bleibt weiterhin sehr spannend!

Gastbeitrag: Buchkritik zu “Deutschland umsonst reloaded”

Treue Leser erinnern sich bestimmt noch an meine Verlosung vom Januar, wo ich das Buch “Deutschland umsonst reloaded” von Harald Braun inklusive persönlicher Widmung verlost habe. Ich habe den Gewinner Lukas gebeten, doch mal eine Rezession zu schreiben, was er freundlicherweise getan hat. Und somit präsentiere ich Euch den ersten Gastbeitrag auf mobos Welt. Lukas (twittername jezaja) hat dann gleichzeitig auch noch die Ehre, den 100. Blogpost zu verfassen! An dieser Stelle möchte ich allen Lesern für ihre Aufmerksamkeit danken! Und hier seine Rezension:

“Hey, du hast gewonnen! Herzlichen Glückwunsch!”

Beinahe wäre diese Email zwischen den anderen “Hey, du hast gewonnen! herzlichen Glückwunsch!”-Emails untergegangen und eigentlich hätte ich auch beinahe wieder vergessen, dass ich auf mobos Blog an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte.

Ein Glückstreffer also.

Wenige Tage zuvor hatte ich “Deutschland umsonst reloaded” schon einmal in der Hand gehalten. Weil das elendig lange Warten auf meinen Bummelzug zu einer echten Herausforderung werden kann, habe ich es mir angewöhnt, ca. eine 3/4 Stunde in der Bahnhofsbuchhandlung zu verbringen. Wahrscheinlich würde ich arm werden, wenn der Springer Verlag gegen mich nun eine Klage einreichen würde, weil ich gefühlt die Hälfte seiner Zeitschriften regelmäßig lese…völlig umsonst.

Und genau deshalb hat mich auch das Buch interessiert oder besser gesagt die Idee dahinter.

Irgendwann in den 80er Jahren schrieb Michael Holzach mit “Deutschland umsonst” von dem Versuch völlig ohne Geld und nur angewiesen auf die Gastfreundschaft der deutschen Bevölkerung einmal quer durch die Bundesrepublik zu wandern. Harald Braun hat es nun auch nachgemacht, aber ganz zeitgemäß “natürlich” facebook genutzt, um sich und seinem Hund einen Schlafplatz für die Nacht zu besorgen.

Und so schnorrt sich Harald Braun bewaffnet mit iPhone und Hund (und mit dem Bewusstsein, dass es jederzeit eine Rückkehr in die Zivilisation gibt) quer durch Deutschland.

In kleinen Episoden werden, besondere Ereignisse am Wegesrand erzählt – die Bäckerin die erst griesgrämig eine Abfuhr erteilt und dann später doch ein paar Brötchen rausrückt, das Paar, das mit Harald Braun bis tief in die Nacht durchzecht und von seinen Träumen erzählt, die Freundin einer Freundin die eine Freundin hat und ihre Wohnung gerne zur Verfügung stellt, aber eigentlich gerade gar nicht im Land ist. Vertrauensbeweise von wildfremden Menschen, die ich ziemlich beeindruckend fand.

Ein trauriger Höhepunkt, auf den auch noch 20 Seiten später geradezu gehässig angespielt wird, ist die zugegebenermaßen wirklich unfreundliche Verweigerung einer Schlafstätte an einer Klostertür.

“Deutschland umsonst reloaded” ist ein schwieriges Konzept, wenn man bedenkt, dass es für einen echten Tingelbruder doch noch einen Tacken schwieriger ist, sich ein Brötchen oder ein kühles Getränk zu erbitten. Umso unverständlicher ist es für mich warum ausgerechnet bei der “Klosterepisode” so penetrantisch rumgemäkelt wird. Warum kein “Dann ist das jetzt halt so” ?

Stattdessen wird sowohl per Facebook, als auch auf der offiziellen Website nachgetreten, und per Mail einige Zeilen produziert, die meiner Meinung nach für alle Beteiligten doch eher peinlich sind.

Fazit

Deutschland umsonst ja – reloaded nein. Eher Deutschland umsonst 2.0. Der Buchtitel an sich ist deshalb recht irreführend, weil es eben nicht die gleichen Vorraussetzungen wie beim Original sind sondern eher an ein Wanderprojekt mit erheblichen  Couchsurfinganteil erinnert.

Quo vadis, Europa?

Bildquelle: NASA, Public Domain.

Mit Besorgnis stelle ich momentan fest, dass die Idee vom vereinten Europa mehr und mehr gefährdet ist. Die Bemühungen der letzten Jahre, unseren Kontinent als ein Ganzes zu vereinen bröckeln mehr und mehr auseinander.

Da wird schamlos gegen Griechenland gehetzt (allen voran die Springer-Presse), da werden mittlerweile fast schon routiniert Verstöße gegen das Schengen-Abkommen gemacht, indem z.B. Grenzkontrollen wieder eingeführt werden. Über das diskriminierende Verhalten der Niederländer gegenüber Ausländern habe ich die letzten Tage ja bereits berichtet. Die fast schon sprichwörtliche Deutsch-Französische Freundschaft nimmt durch den Wahlkampf in Frankreich schweren Schaden, unabhängig vom Ergebnis. Der Euro, der trotz allen Schwierigkeiten, die eine Gemeinschaftswährung mit sich bringt, für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt in Europa steht, ist in ernsthafter Gefahr. Die Liste liesse sich endlos weiter führen.

Ich, der ich mich eher als Europäer, noch lieber als Weltbürger sehe, und am liebsten die verkrusteten Staatsgrenzen komplett abschaffen würde, beobachte das alles mit großer Sorge. Nur gemeinsam können wir die wirklichen Probleme der Welt (Klimawandel, steigender Energiebedarf, Kriege, Hungersnöte und Justin Bieber) angehen, da ist eine Rückkehr in das alte Nationaldenken ein riesiger Rückschritt.

Es wird Zeit, dass wir uns wieder auf Gemeinsamkeit besinnen. Ich möchte nicht auf die schönen internationalen Momente in meinem Leben verzichten: Das Anstoßen der Maß Bier auf dem Münchener Oktoberfest mit dem lustigen Italiener. Das Weiterreichen des Joints an den netten Australier im Amsterdamer Coffeeshop, die niemals endende Party mit den trinkfesten Schotten auf Ibiza. Bei der Beurteilung eines Menschen sollten Kriterien wie Herkunft, Hautfarbe und Religion absolut keine Rolle spielen.

Wir sind ein Volk.

Wir sind ein Europa

Wir sind eine Welt.

Lasst uns das nicht vergessen!

Übrigens: ICH sehe auf dem Foto von der ISS KEINE Grenzen. Ihr?

Offener Brief an die Königin der Niederlande (Übersetzung)

Bild unter Creative Commons Lizenz, Urheber: Emiel Ketelaar

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Gestern habe ich über die nahende Einführung des “Wietpas” für die niederländischen Coffeeshops berichtet. Auch wenn das Ganze eine beschlossene Sache zu sein scheint, hört der Widerstand nicht auf. Die Konsumentenvereinigung “WeSmoke” hat nun einen offenen Brief an die Königin der Niederlande geschrieben, den ich für Euch mit Hilfe von GoogleTranslate, niederländischen Bekannten und gesundem Menschenverstand übersetzt habe. Natürlich erhebe ich keinerlei Anspruch auf eine 100% korrekte Übersetzung, aber es dürfte schon so hinkommen ;-) Den Originaltext könnt ihr hier einsehen.

An Eure königliche Hoheit der Niederlanden,

Als freier Niederländer habe ich alle Teile dieser Erde besuchen können. Dadurch kam ich zu der Erkenntnis, dass unser Land zu der Weltspitze in Bezug auf die Lebensqualität gehört. Darauf ist jeder Niederländer natürlich stolz.
Die Toleranz in unserer multikulturellen Gesellschaft ist ein gutes Beispiel dafür. Individuelle Freiheit bei Entscheidungen ebenfalls. Das macht unser Land einzigartig! Leider scheint sich das zu ändern. Im gegenwärtigen politischen Klima wurden Veränderungen entschieden, die unsere Verfassung ernsthaft gefährden.

Dies sollte in einer Demokratie wie die Unsere nicht passieren. Durch die Pläne des derzeitigen Kabinetts sind mehr als 1 Millionen Bürgerinnen und Bürger vor einer Benachteiligung bedroht und sie werden zu Kriminellen degradiert.
Außerdem verlieren wir das Bild eines traditionell gastfreundliches Land und als ein freundliches Volk. Als Vorbild für alle Länder der Welt sollten wir stolz sein auf unsere Politik der Toleranz gegenüber Cannabis. Dies war einst eine mutige und kluge Entscheidung für die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Niederländer.
Es wurde letztendlich ein Ort geschaffen, wo harte Drogen und Cannabis getrennt wurden. Dies führte zu weniger Strassenkriminalität und deutlich weniger Drogenkonsum.
Die repressive Politik unserer Cannabispolitik scheint eine Hexenjagd zu sein.
Einerseits werden Ausländer mit den bevorstehenden Änderungen diskriminiert, indem der Schengen-Vertrag praktisch direkt in den Mülleimer geworfen wird.
Ebenfalls darf der Image-Verlust unseres Landes nicht unterschätzt werden. Das Land, das als Synonym für Freiheit weltweit ein Vorbild ist.
Der freie Zugang zu den holländischen Coffeeshops ist ein Teil davon.
Die Einführung der extrem restriktiven Maßnahmen wird die die sozialen Funktionen unserer toleranten Gesellschaft völlig untergraben.
Die Änderungen sind ein Rückschritt in der Zeit. Hunderttausende Bürger können bald nur noch auf illegale Weise Cannabis erhalten, mit allen bekannten Konsequenzen. Das ist völlig inakzeptabel für die Sicherheit und das Wohlergehen aller Niederländer.
Nie zuvor hatte ich soviel Sorgen bei den Gedanken was die Niederlande erwartet. Die Folgen sind schwer abzusehen.
Ich schreibe Ihnen dieses Brief als letzten Versuch und mit größter Hoffnung, dass Sie sich um uns kümmern wollen.

Im Namen aller Cannabisliebhaber und besorgten Bürger unseres Landes.

In Erwartung einer Reaktion Ihrerseits

Mit großen Respekt und herzlichsten Grüßen,

Will van Looy
(Vorsitzender von WeSmoke, dem Bund der Cannabiskonsumenten)

Hier werden keine Juden bedient – die neue Drogenpolitik der Niederlande

Anmerkung: Ab jetzt findet ihr meine Beiträge zum Thema Wietpas und Drogenpolitik der Niederlande auf einem Extra-Blog! Ihr findet es unter keinwietpas.wordpress.com. Nutzt dort doch die Abo-Funktion oder klickt auf der Facebook-Seite auf “Gefällt mir”. Aber natürlich würde ich mich auch freuen, wenn Ihr weiterhin auf mobos Welt vorbeischaut!

Entschuldigt bitte den reißerischen Titel. Doch wenn man sich die Entwicklungen in unserem einst so liberalem Nachbarland anschaut, muss man zwangsläufig an die Diskriminierungen der Nazis denken. Ich habe bereits im Mai 2011 über die mögliche Einführung des sogenannten “Wietpas”, also eine Zugangsberechtigung für Coffeeshops, gebloggt. Dies war im letzten Jahr einer der am häufigsten über Google aufgerufenen Artikel auf mobos-welt.de und ist es bis heute noch. Die Befürchtung, dass für Ausländer bald Schluss mit Coffeeshop-Besuchen sei wurde damals jedoch nach kurzer Zeit entkräftigt: Die Regelung, die entgegen vieler Zeitungsberichte noch kein beschlossenes Gesetz war, wurde erstmal auf 2015 verschoben.

Doch jetzt hat die rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) sich scheinbar doch durchgesetzt: So soll der “Wietpas” in den niederländischen Provinzen Limburg, Nordbrabant und Zeeland bereits ab 01. Mai 2012 eingeführt werden, in den restlichen Landesteilen ab 2013. Im Einzelnen wird das heißen: Zugang zu den Coffeeshops bekommt man nur noch mit dem “Wietpas”. Diesen bekommt man nur, wenn man seinen Wohnsitz in den Niederlanden hat. Meiner Meinung nach verstößt das gegen das Diskriminierungsverbot, der europäische Gerichtshof sieht das aber anders, da Cannabis illegal ist, und somit das Gesetz nicht greife. Die Anzahl der Mitglieder sei auf 2000 begrenzt. Und da die wenigsten Kiffer jeden Tag zum Shoppen kommen, wäre das auch ein ganz großer finanzieller Einschnitt für die Betreiber, mal ganz abgesehen von den fehlenden Ausländern, die gerade in den Grenzregionen einen Hauptteil der Umsätze generieren.

Aber nicht nur die Ausländer werden mit dem neuen System diskriminiert, sondern auch die Niederländischen Kiffer. Der Wietpas ist elektronisch vernetzt. Damit soll verhindert werden, dass man ihn an verschiedenen Coffeeshops beantragen kann und somit die Tageshöchstmenge von 5 Gramm überschreiten kann. Und somit hätte die Regierung der Niederlande eine zentrale Konsumenten-Datei. Ein Datenschutz-MegaGAU. George Orwell lässt grüßen.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass die neue Regelung einen sprunghaften Anstieg der Strassenkriminalität bedeuten würde. Denn die “Drogentouristen” würden weiterhin kommen und eben illegal kaufen. Genauso wie die Niederländer, die sich eben nicht auf eine Konsumentenliste setzen lassen wollen.

Doch es regt sich Widerstand! So findet am 20.04 in Amsterdam ein internationales Smoke-Out statt, um gegen die Regelung zu demonstrieren. Mehrere Gemeinden der Niederlande haben bereits erklärt, dass sie den Wietpas boykottieren werden, darunter Amsterdam, Haarlem und Maastricht. Der Verband der Coffeeshops hat Klage in Den Haag eingereicht. Der Bürgermeister von Breda hat klargestellt, dass für die Kontrolle des Wietpasses keine Polizisten bereitgestellt werden können. Aus Personalmangel natürlich. Man wolle sich mehr auf Taschendiebstahl und andere wirkliche Verbrechen konzentrieren.

Und man kann hoffen, dass der Rechtsruck, den die Niederlande durch die Wahl 2010 gemacht hat im Jahre 2014 wieder korrigiert wird und sich die Bürger wieder auf ihre sprichwörtliche Liberalität besinnen. Die Situation bleibt spannend und es ist noch alles offen!

Enttäuschend finde ich übrigens die Berichterstattung der deutschen Medien über die Thematik. Liesst man sich die Beiträge zu der Thematik durch, stellt man sehr schnell fest, dass sämtliche Informationen einzig und allein aus einer dpa-Pressemitteilung stammen. Keinerlei eigene Recherche. Keine Interviews mit niederländischen Politikern, Bürgern oder Coffeshop-Mitarbeitern. Stattdessen immer wieder dieselben Geschichten vom Venloer “Drogenpfad” mit den pöbelnden, in die Vorgärten pinkelnden Drogentouristen. (Wenn das der Grund für die Regelung ist, dann sollten dringend auch Fussballspiele verboten werden…) Selbst ich konnte mit Hilfe von GoogleTranslate und diversen niederländischen Nachrichtenseiten mehr Informationen herausfinden als ausgebildete Journalisten. Traurige deutsche Presselandschaft!

Zuletzt möchte ich noch auf die Bestrebungen der Niederländischen Konsumentenvereinigung “WeSmoke” hinweisen: Sie fordern, dass die Coffeeshops ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen werden sollen.

Links zum Informieren:
http://www.coffeeshopnieuws.nl/
http://www.wesmoke.nl/

Nachtrag: Da ich bereits drauf angesprochen wurde, möchte ich nochmals explizit klarstellen, dass ich mit der Wahl des provokanten Titels dieses Blogposts weder das Niederländische Volk, noch die Niederlande beleidigen will. Er bezieht sich lediglich auf den Kurs der aktuellen Niederländischen Regierung. Das Niederländische Volk steht bei mir auch weiterhin für Offenheit und Toleranz. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies auch die nächste Wahl unterstreichen wird! Auch wollte ich keinesfalls die Opfer des NS-Regimes beleidigen. Trotzdem sehe ich Parallelen, wenn eine bestimmte, definierte Bevölkerungsgruppe (NS: Schwule, Juden etc., Niederlande: Der Rest der Welt) auf irgendeine Art und Weise diskriminiert wird.

Update:
Am heutigen Freitag, dem 27.04 hat das Gericht in Den Haag den Wietpas bestätigt. Es bleibt also bei der Einführung am 01.05 in den drei genannten Provinzen. Es bleibt also spannend.

Update: Eine Schande

Wenn sich eine Stadt Kunst leistet, dann sollte sie sich auch die Pflege derselben leisten.

Und gerade, wenn sich eine Stadt “Alt-Stadt” nennt und damit den renommierten Künstler Otmar Alt meint, ist eine gebührende Instandsetzung der Kunstwerke von ihm fast schon eine Selbstverständlichkeit. Man mag zu den Werken von Alt stehen, wie man will, eine schöne Abwechslung neben dem tristen Städtegrau sind die Farbklekse allemal. Nicht aber, wenn man sie so vergammeln lässt, wie die Stadt Hamm es tut. Und so hat der Zahn der Zeit das meiner Meinung nach imposanteste Kunstwerk Alts in Hamm, die “Ekke Nekkepen”, ungestört ruiniert. Vandalismus tat sein Übriges.

Muss so etwas wirklich sein? Das Schiff, einst farbenfroher Akzent im hässlichen Hafenviertel Hamms ist zu einem Schandfleck geworden.

Ich finde, dass sich das dringend ändern muss! Neben dem Glaselefanten, der in einem hervorragendem Zustand ist, gehört die “Ekke Nekkepen” zweifelsohne zu den typischen Postkartenmotiven der Stadt Hamm. Man mag es sich kaum ausmalen, wie sich ein Kunstliebhaber fühlt, wenn er extra dafür die Stadt aufsucht und dann das alte Schiff so vorfindet, wie es momentan aussieht. So darf sich die Stadt Hamm jedenfalls nicht länger “Alt-Stadt” nennen.

Übrigens: Anfragen von mir diesbezüglich bei Otmar Alt selbst und dem Kulturbüro der Stadt Hamm blieben leider unbeantwortet.

Nachtrag: Hier seht Ihr mal ein Bild von 2008

UPDATE: Die Stadt Hamm hat sich nun doch bei mir gemeldet!

Hallo Herr Müller,
es tut uns leid, dass wir erst jetzt antworten. Das Schiff gehört nicht der Stadt Hamm, sondern den Stadtwerken. Wir haben Ihre Anfrage an die Stadtwerke weiter gegeben. Sie werden in den kommenden Tagen eine ausführliche Antwort von den Stadtwerken erhalten.

Mit freundlichen Grüßen:

Tobias Köbberling
Pressestelle
koebberling@stadt.hamm.de
02381 17 3551

Und kurze Zeit später kam dann auch eine Nachricht der Stadtwerke Hamm:

Hallo Herr Müller,

durch die in der jüngsten Vergangenheit  vorgenommenen Veränderungen in der Straßenführung entlang der Hafenstraße ist auch die “Ecke Nekkepenn”  wieder ins Blickfeld getreten.

Über die weitere Verwendung des “Kunstschiffes” wird eine Entscheidung getroffen werden, wenn alle Baumaßnahmen rund um die Hafenstraße und den Hafen abgeschlossen sind.

Mehr kann ich Ihnen dazu leider im Moment nicht sagen!

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Cornelia Helm
Leiterin Unternehmenskommunikation
Pressesprecherin

Fon: 02381 274-1701
Fax: 02381 274-1709
E-Mail: c.helm@stadtwerke-hamm.de

Stadtwerke Hamm GmbH
Südring 1/3
59065 Hamm

AG Hamm: HR B 301
Geschäftsführung: Jörg Hegemann
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Marc Herter

www.stadtwerke-hamm.de

Zum einem hat es mich natürlich gefreut, dass nun doch auf meine Anfragen reagiert wurde (ein Feedback von Otmar Alt habe ich jedoch immer noch nicht bekommen), aber meiner Meinung nach reden sich die Verantwortlichen doch ein wenig raus. Zum einem war das Schiff auch schon vor der Baustelle in einem miserablem Zustand, zum anderen sieht es nicht danach aus, als hätte eine Restauration irgendeine Priorität. Meiner Meinung nach ist und bleibt es eine Schande!

UPDATE 2: Nun hat sich das Büro Otmar Alt auch bei mir gemeldet!

Sehr geehrter Herr Müller,

verzeihen Sie mir / uns, dass es so lange mit der Antwort gedauert hat, aber Vorbereitungen zu Ausstellungen  gehen einfach vor.
Sie baten um einige Infos zu Ekke Nekkepenn:
Auch der Künstler ist traurig über den Zustand der Ekke Nekkepenn, aber die Restauration der Kunstwerkes ist Sache der Stadt Hamm, da diese Eigentum der Stadt ist.
Wir hatten gehofft, dass der Ekke Nekkepenn im Zuge des Bau des Kreisverkehr an der Hafenstrasse wieder neues Leben eingehaucht wird, aber leider findet dies wohl nicht statt.
Sie haben recht….es ist eine Schande!!!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Ogagan
Büro Otmar Alt
Obere Rothe 7
59071 Hamm
Tel. 02388 /  2114
Tel. 02388 / 1821
Fax 02388 / 3614
Es mutet zwar etwas seltsam an, dass die Mitarbeiterin wohl nicht genau weiss, dass das Schiff nicht der Stadt Hamm sondern den Stadtwerken gehört, aber es sei ihr verziehen, weil ich ja davon ausgegangen bin in meiner Mail an das Büro.
Fakt ist: Die Stadtwerke haben die Ekke Nekkepen sehr vernachlässigt und man kann nur hoffen, dass eine Restauration bald in Angriff genommen wird. Sonst wird das Schiff doch noch zu dem Schrotthaufen, zu dem es eigentlich werden sollte, nachdem es ausgemustert wurde.

Netzfundstück: Caine´s Arcade

Der 9 jährige Caine Monroy aus Los Angeles hat sich einen kleinen Traum erfüllt und hat sich eine kleine “Spielhalle” hauptsächlich aus Pappe mit unglaublich viel Liebe zum Detail gebaut. Die wurde nicht wirklich von irgendwem beachtet, bis irgendwann der Filmemacher Nirvan Mullik durch Zufall dort war und mitgespielt hat. Gerührt von dem cleveren Jungen hat er das Ganze etwas populärer gemacht. Er hat via Facebook und twitter einen Flashmob gemacht und das ganze zu einem kurzen Dokumentarfilm verwendet.

Absolut rührend. Wenn ihr zufällig mal in L.A. seid, schaut doch mal vorbei… Die Einnahmen von Cannes Zockerparadies ermöglichen dem Kleinen den Besuch des Colleges. Es sind auch Spenden via Paypal möglich. Und ich finde, er hat es einfach verdient!

Homepage von Caines Arcarden
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Creative Commons

Im Rahmen meiner ganzen Podcasterei habe ich bereits desöfteren über “Creative Commons” geredet. Die Musik, die ich in meinen Podcasts spiele, steht komplett unter Creative Commons-Lizens. Da aber viele von Euch noch nicht genau wissen, was “Creative Commons” überhaupt sind, poste ich für Euch mal das Video, das das Ganze mal schön erklärt. (Achtung: ist in englisch!)

Podcast Testepisode

Hallo zusammen! Sorry für das Spammen, aber ich muss ein paar Einstellungen und Services testen um die Podcast-Verbreitung zu optimieren. Ihr findet hier keine reguläre Folge. Falls ihr trotzdem reinhört, dann könnt ihr Euch schon einmal von der Audioqualität meines neuen Mikrofons überzeugen. Ist auf jeden Fall schon eine merkbare Verbesserung und ich denke mit ein wenig Optimierung in der Raumakustig lässt es sich noch deutlich verbessern.. Ihr dürft gespannt sein!

mwdpTest Direktlink

Ich bin umgestiegen auf AAC-Audio. Es bietet mehr Möglichkeiten als mp3. Ich bitte um Feedback, falls jemand Probleme mit dem Format hat. Das iPhone zumindest kann mit umgehen ;-)